Dorfchronik Hambühren



von: Peter Stübbe

Das Dorf wurde urkundlich erstmals im Jahre 1235 erwähnt: Abbenburen (Hambühren).

Der Ort, anfangs als Runddorf, hat seine eigene Geschichte gehabt und ist nicht zuletzt als Folge zweier Weltkriege weit über seinen alten Siedlungskern hinausgewachsen.

Bis zum zweiten Weltkrieg bestand es nur aus dem Ortskern (Hambühren I) und erst nach 1949 entstand ein zweiter Ortsteil (Hambühren II).

Karl der Große hatte um das Jahr 800 Bistümer eingerichtet. Dabei wurden Gaugrenzen beibehalten, so daß Hambühren ein Grenzdorf zwischen dem Bistum Hildesheim und dem Bistum Minden wurde. Der Bocksgraben zwischen Hambühren und Celle bildete die Grenze.

In der vorerwähnten Urkunde aus dem Jahre 1235 wird es sich um einen Straßenzoll gehandelt haben, der bei dem Grenzort Hambühren von den Kaufleuten zu entrichten war, die mit ihren Frachtwagen den Handelsweg Celle - Nienburg befuhren.

Eine Geschichte des Ortes Hambühren wäre unvollständig, wenn sie nicht über jene Vorgänge berichten würde, die in den Nachkriegsjähren eine der größten und modernsten Siedlungen des Landkreises Celle erstehen ließen: Hambühren II.

Die Geschichte dieses Ortsteiles reicht zurück bis in das verhängnisvolle Jahr 1939. Das Gelände wurde gemäß Weisung des Luftgau-Kommandos roeml1 am 1.3.1939 der öffentlichen Nutzung entzogen, eingezäunt und die vorhandenen Wege von der Luftwaffe ausgebaut und unterhalten. Inmitten von Wald und Heide, unter Ausschluss der Öffentlichkeit entstanden zahlreiche Hallen und Bunker: die Luft-Haupt-Muna Hambühren.

Außerhalb der Umzäunung wurden große Barackenlager für Fremdarbeiter (Frauenlager, Männerläger, Russenläger) eingerichtet.

Feindliche Flugzeuge haben während des Krieges vergeblich nach den gut getarnten Hallen und Bunkern gesucht, in denen Fla-Granaten und Munition hergestellt wurden.

Nach Kriegsende besetzten britische Streitkräfte die Muna und begannen die Demontage bis zur Freigabe im Jahre 1949. Die vorhandenen Unterkünfte sind zwischenzeitlich von dem zur Luftbrücke "Berlin" eingesetzten Personal genutzt worden.

Nach 1949 haben Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten die Bunker außerhalb der Kasernenanlage teilweise zu Wohnungen umgebaut und so entstand der Ortsteil Hambühren II. Garagen und Unterkunftsgebäude der heutigen Kaserne blieben von britischen Streitkräften besetzt. Bei der Übernahme der militärischen Anlage durch die Bundeswehr im November 1957 befand sich eine britische Fernmeldeeinheit, mit ähnlicher Aufgabenstellung wie die später hier stationierten Bundeswehreinheiten, die auch das derzeitige Antennenfeld errichtet hatte.

Die Gemeinden Hambühren und Oldau haben sich am 1.1.1970 zu der Einheitsgemeinde Hambühren zusammen-
geschlossen.

Zu der Gemeinde Hambühren zählen heute die Ortsteile Hambühren I und II, Schönhop, Oldau, Ovelgönne, die Güter Rixförde und Allerhop sowie die Försterreien Ovelgönne und Bluhin. Sie hat eine Größe von 5667 Ha und eine Einwohnerzahl von ca. 10.000.

Die Gemeinde Hambühren ist ein sehr gefragter Ort für Wohnansiedlungen.